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Die historischen Wurzeln dieser Idee
liegen im 18. Jahrhundert. Der britische Quäker und Psychiater
William Tuke setzte damals Kleintiere zur Therapie seiner Patienten
ein, um ihnen eine bessere Selbstkontrolle zu ermöglichen.
Tuke nutzte die positiven Effekte, die sich dadurch einstellten,
dass seine Patienten die Tiere streichelten. Animals for People
knüpft an diese bloße Streicheltherapie an. Denn bereits
mit dieser simplen Therapieform lassen sich erstaunliche Effekte
erzielen. Einen Hund, eine Katze, ein Meerschwein zu streicheln
oder ein Pferd in den Arm zu nehmen löst bei nahezu allen
Menschen eine positive emotionale Reaktion aus. Und diese Reaktioen
haben einen großen therapeutischen Nutzen.
In zahlreichen Untersuchungen sind
positive Einflüsse auf Menschen durch den Umgang mit Tieren
nachgewiesen worden. Die Haltung von Fischen, Hunden oder Vögeln
erhöht beispielsweise die Überlebenschancen von Herzinfarkt-Patienten
signifikant. Auch zur Stabilisierung des Blutdrucks tragen Tiere
neueren Studien zufolge bei. Und es ist wissenschaftlich belegt,
dass Hundehalter im Durchschnitt länger leben.
Ein österreichischer Mediziner
hält an der Beziehung von Mensch und Tier folgendes für
wesentlich: "Die Zuneigung eines Tieres zu seinem Besitzer
ist bedingungslos. Ein Hund liebt sein Herrchen oder sein Frauchen
unbeschadet von Äußerlichkeiten wie Reichtum, Armut,
Schönheit, Gesundheit, Ansehen, Herkunft und Status. Der
Mensch muss für seine Gesundheit das Gefühl haben, gebraucht
zu werden und wertvoll zu sein. Umgekehrt benötigt er Liebe,
Zuwendung, Geborgenheit und das Gefühl von Heimat und Natur.
Alles findet er in einer Beziehung zum Tier. Es liegt auf der
Hand, dass jene Menschen am meisten von der Beziehung zu einem
Tier profitieren, die entweder alt, krank, behindert oder allein
sind." (aus: Prof. Dr. Otto Schlappack: Gsund mit Hund,
Wien 1998)
Die genaue Wirkungsweise der gesundheitsfördernden
Tier-Mensch-Beziehung liegt jedoch noch weitgehend im Dunkeln.
"Die tiefere Ursache für den Heilfaktor ist ein Feld
für Spekulationen. Für wesentlich halten Psychologen,
dass Haustiere ihre menschlichen Spielgefährten nicht in
Homo-Sapiens-Kategorien wie schön, hässlich, weiß,
schwarz, berühmt, behindert, reich, promoviert einteilen.
Wer eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann, fühlt sich als
ganze Person angenommen. Ist das Band geknüpft, darf und
muss auch der Mensch sich auf die Kommunikation nach Tierart einlassen,
auf direkte und eindeutige Signale. In dieser analogen
Form der Verständigung haben Vielschichtigkeiten, unausgesprochene
Vorwürfe, Verstellung und Spott keinen Platz eine
entlastende Erfahrung." (aus: Hanne Tügel: Tiere als
Therapeuten, Magazin Geo, März 2001, Hamburg)
Für Kinder sind Tiere von besonderer
Bedeutung. Denn die meisten Kinder haben oder wünschen sich
ein Tier. Kinder können mit Tieren spielen, Zärtlichkeiten
austauschen und finden in ihnen geduldige Zuhörer. Kinder
können für das Tier Verantwortung übernehmen und
spielerisch selbst Eltern sein.
Die gesundheits- und persönlichkeitsfördernden
Wirkungen der Beziehung zwischen Mensch und Tier legen es nahe,
Tiere für den psycho- und sozialtherapeutischen Bereich nutzbar
zu machen. Tiergestützte Therapie ist in vielen Fällen
eine der wenigen verbleibenden Möglichkeiten, Menschen zu
helfen, die selbst ihre Hoffnung aufgegeben haben oder keine menschlichen
Therapeuten mehr an sich heranlassen.
Tiergestützte Therapie hat zahlreiche
Ansatzpunkte und reicht von Streicheltherapie mit Besuchstieren
bis hin zu langjährig geschulten Tiere, die für ergo-
oder sprachtherapeutische Zwecke eingesetzt werden. Ein prominentes
Beispiel tiergestützter Therapieformen können die breit
dokumentierten Erfolge bei schwerbehinderten Kindern dienen, die
durch den Kontakt mit Delfinen hervorgerufen werden. Ungeachtet
der großartigen Erfolge zu dieser Therapieform stößt
die Haltung von wilden Delfinen in künstlichen Gehegen jedoch
bei vielen Tierschützer jedoch auf Kritik.

Vorbild für Animals for People
sind mehrere Projekte weltweit, die durch den therapeutischen
Einsatz von Tieren erstaunliche Erfolge erzielen. Der Umgang mit
Tieren führt beispielsweise bei verwahrlosten und kriminellen
Jugendliche in Großstädten der USA zur Stärkung
des Selbstbewußtsein und verschafft ihnen neue Sichtweisen.
Und therapeutisches Reiten auf dem Rücken von Pferden verhilft
gelähmten Kindern wieder zu eigenständigen Bewegungen.

Seit einigen Monaten bieten wir auf
unserer Finca Hippotherapie für Kinder an. In Zusammenarbeit
mit dem Förderverein MallorcaViva
betreuen wir vor allem autistische Kinder, ihre Geschwister und
ihre Eltern.
 
Dazu nutzen wir unsere beide Pferde
Whisky und Mojito, die dadurch wieder eine Aufgabe bekommen haben.
Für die Streicheltherape kommen einige ausgewählte Hunde
zum Einsatz, die sich durch einen äußerst freundlichen
und aufgeschlossenen Charakter auszeichnen.

Mit unserem Tiermobil sind wir zudem
seit einigen Wochen beim Projecte
HOME zu Gast - eine Einrichtung zur Rehabilitation von
Drogenabhängigen in Binissalem/Mallorca. Bei diesen Tierbesuchen
nutzen wir derzeit vor allem Hunde, wobei auch andere Tiere zum
Einsatz kommen können.
Unsere Vision für die Tiergestützten
Therapieformen: Ein Team professioneller Tiertrainer wird unter
dem Dach von Animals for People talentierte Tiere fördern,
trainieren und so ausbilden, so dass sie Ergo-, Physio-, Psycho-
und Sprachtherapeuten bei ihrer Arbeit unterstützen können.
Erfahrungen aus den USA zeigen, dass beispielsweise sprachgestörte
Kinder durch den Einsatz von Hunden wieder zu sprechen beginnen.
Nachweislich wird auch bei Patienten mit Kopfverletzungen, amputierten
Gliedmaßen, Schlaganfällen, Verletzungen des Rückenmarks,
neurologischen Problemen oder orthopädischen Schäden
der Heilungsprozess durch den Umgang mit Tieren gefördert.
Desweitern will sich Animals for
People auch sich der professionellen Ausbildung von Service-Tieren
widmen. Solche Begleit-Tiere unterstützen Blinde und Gehörlose,
körperlich geschwächte oder behinderte Menschen bei
den alltäglichen Dingen des Lebens und erbringen damit großartige
Dienstleistungen für ihre Besitzer.
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