![]() | ||
| ||
|
| ||||||||||||||||||||
|
| ||||||||||||||||||||
| TIERE ALS URLAUBSSOUVENIR Wenn "Fiffi" hinter Gitter muss Um die Erinnerungen an ihren Urlaub möglichst lebendig zu halten, suchen einige Touristen nach besonderen Andenken - Hunde und Katzen zum Beispiel. Ärger droht oft bei der Einreise nach Deutschland.
Vor allem weil sie nicht gegen Tollwut geimpft sind, müssen viele der im Ausland erworbenen Vierbeiner zunächst für vier bis sechs Wochen in Quarantäne - beispielsweise in einem Tierheim. "Einzelhaft" nennt Antje Schreiber, Sprecherin des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) in Langen (Hessen), diese für das Tier oft traumatische Prozedur: Konnte sich "Fiffi" gestern noch an der Adria die Seeluft um die schwarze Nase wehen lassen, hört für ihn in Deutschland die Welt zunächst an den Gittern des Zwingers auf. Nach Ansicht von Astrid Behr vom Bundesverband Praktischer Tierärzte in Frankfurt ist dies keine gute Voraussetzung, um ein aus dem Urlaub mitgebrachtes Tier zu einem sozialverträglichen Familienmitglied zu machen. Wolfgang Poggendorf, Vorsitzender des Hamburger Tierschutzvereins, hält vor allem das unüberlegte Mitnehmen junger Hunde für falsch: "Welpen durchlaufen im Alter von neun bis zehn Wochen ihre Prägungs- und Sozialisierungsphase", erklärt er. "Kommt so ein Tier in Quarantäne, wird es einen Knacks bekommen." Denn laut Vorschrift darf der Hund während dieser Zeit nicht gestreichelt werden. Schockiert reagieren viele neue Besitzer laut Poggendorf, wenn sie die Kosten erfahren, die für den Zwangsaufenthalt fällig werden: Im Hamburger Tierheim schlägt die Quarantäne zum Beispiel mit 16 Euro pro Tag zu Buche - bei vier Wochen sind dies rund 450 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die anfallenden Impfungen. Bei einem Viertel der Fälle ist die Zeit im Tierheim für die Vierbeiner daher mit dem Ende der Quarantäne nicht vorbei: "Die Halter können oder wollen nicht bezahlen, und wir bleiben auf dem Tier sitzen."
Neben den Zecken und Flöhen selbst können sich auch Hautpilze unter dem Fell verbergen. "Jedes importierte Tier sollte zu Hause einem Tierarzt vorgestellt werden", empfiehlt Behr deshalb. Von auffälligen Hunden oder Katzen, die beispielsweise besonders ruhig oder aggressiv sind, sollten Touristen auf jeden Fall die Finger lassen. Mancher Tierfreund ist versucht, in Südeuropa einen Hund oder eine Katze aus Mitleid mitzunehmen. Schließlich ist das Leben der streunenden Vierbeiner in Spanien, Italien oder Griechenland hart, und viele Tiere kommen nach dem Ende der Urlaubssaison in Tierheimen um. Allerdings ist den Hunden oder Katzen nach Poggendorfs Angaben oft besser geholfen, wenn die Tierschutzvereine in den Urlaubsländern mit einer Spende unterstützt werden. Diese versuchen - zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund - das Elend der Tiere mit Hilfe von Kastrationsprogrammen einzudämmen. Dadurch soll die Fruchtbarkeit der streunenden Hunde und Katzen in Südeuropa gemindert werden. Und so schwer das Schicksal der Hunde und Katzen in Südeuropa auch sein mag: Wer einen Hausgenossen sucht, sollte es zunächst hier zu Lande versuchen: "Es gibt in Deutschland genug Tiere, die Hilfe brauchen", so Poggendorf. Von Arnd Petry, gms
© SPIEGEL ONLINE 2003 Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet AG | ||||||||||||||||||||
|
| |||||||||||||||||||||
| 18. Juni 2003 | |||||||||||||||||||||
|
[ Home | Politik | Wirtschaft | Netzwelt | Panorama | Kultur | Wissenschaft | UniSPIEGEL | Sport | Auto | Reise ] [ Wetter | Marktplatz | Schlagzeilen | Forum | Leserbriefe | Newsletter | Archiv | Shop ] [ DER SPIEGEL | SPIEGEL TV | SPIEGEL-Jahrbuch | KulturSPIEGEL | http://www.schule.spiegel.de/ ] [ Impressum | Hilfe | Kontakt | SPIEGEL-Gruppe | Mediadaten ] |